Verleihung des Deutschen Umweltpreises: Bundespräsident Steinmeier ruft zu gesellschaftlichem Umdenken auf

Verleihung des Deutschen Umweltpreises: Bundespräsident Steinmeier ruft zu gesellschaftlichem Umdenken auf

Verleihung des Deutschen Umweltpreises: Fokus auf technologische Innovation und Klimagerechtigkeit

Im Rahmen der feierlichen Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Aachen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Notwendigkeit einer grundlegenden Transformation unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen betont. Ziel dieser Anpassungen sei es, die Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen dauerhaft zu sichern. Der Bundespräsident unterstrich dabei, dass die Bewältigung der Klimakrise eine globale Gemeinschaftsaufgabe darstelle, die über die Kapazitäten einzelner Nationalstaaten hinausgehe.

Die Preisträger 2026: Ingenieurwesen und Umweltrecht im Fokus

Der Deutsche Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), einer der höchst dotierten Umweltschutzpreise Europas, wurde in diesem Jahr mit einem Gesamtbetrag von 500.000 Euro ausgezeichnet. Die Ehrung erfolgte zu gleichen Teilen an zwei Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen:

  • Dr. Klaus Vossenkaul: Der Ingenieur wird für seine Pionierarbeit im Bereich der Membranfiltertechnologie geehrt. Seine Innovationen ermöglichen eine effiziente Abwasserreinigung, indem sie Mikroplastik, Keime und Arzneimittelrückstände platz- und energiesparend aus dem Wasser filtern. Diese technologische Entwicklung unterstützt zudem die Umsetzung der EU-Kommunalabwasser-Richtlinie, die bis Juli 2027 in nationales Recht transformiert werden muss.
  • Dr. Roda Verheyen: Die Hamburger Umweltjuristin wurde für ihren Einsatz im Bereich der Klimagerechtigkeit ausgezeichnet. Sie unterstützt betroffene Akteure im rechtlichen Kampf gegen die Folgen des menschengemachten Klimawandels und leistete maßgeblich dazu bei, dass das Bundesverfassungsgericht die Notwendigkeit der Klimaneutralität bis 2045 als Teil der Grundrechtsschutzpflichten für künftige Generationen anerkannte.

Dringlichkeit des Klimaschutzes und Schutz natürlicher Ressourcen

In seiner Ansprache verwies Steinmeier auf die besondere Vulnerabilität Europas, das sich schneller erwärme als andere Kontinente. Trotz der aktuellen geopolitischen Instabilitäten, die den Fokus der Öffentlichkeit oft von ökologischen Themen ablenken, sei die klimatische Entwicklung unübersehbar. Zur Stabilisierung des Klimas müsse die Reduktion von Treibhausgasen mit dem Schutz natürlicher Kohlenstoffsenken einhergehen. Hierzu zählen insbesondere:

  • Böden und Wälder
  • Moore
  • Meere

DBU-Generalsekretär Alexander Bonde ergänzte, dass der Erhalt dieser Ressourcen im Eigeninteresse der Gesellschaft liege. Die DBU fördert durch das DBU Naturerbe und den Meeresnaturschutzfonds gezielt Projekte zur Stärkung dieser ökologischen Fundamente, insbesondere zum Schutz der Nord- und Ostsee.

Bedeutung der Auszeichnung

Der Deutsche Umweltpreis dient als Instrument, um durch technologischen Fortschritt und rechtliche Weiterentwicklung Tatkraft und Hoffnung im Klimaschutz zu vermitteln. Für Bundespräsident Steinmeier, der den Preis seit 2017 jährlich überreicht, markiert die diesjährige Verleihung zudem einen persönlichen Abschluss, da seine Amtszeit im kommenden Jahr endet.

Der Preis wird durch ein unabhängiges Fachjury-Verfahren ermittelt, wobei Vorschläge von Verbänden, wissenschaftlichen Institutionen und Medienorganisationen eingereicht werden können. Die finale Entscheidung obliegt dem DBU-Kuratorium.