„Online‑Plattformen sind keine neutralen Werkzeuge, sondern gestaltete Infrastrukturen, die unsere Kommunikations‑, Wirtschafts‑ und Wissensräume formen. Ihre Algorithmen entscheiden, welche Stimmen sichtbar werden, welche Produkte Erfolg haben und welche Narrative viral gehen. Daten sind ihr Treibstoff, Geschäftsmodelle oft an Aufmerksamkeit und Vorhersagbarkeit ausgerichtet — wodurch Macht bei wenigen Konzentrationspunkten gebündelt wird. Künstliche Intelligenz kann Skalenvorteile für Personalisierung und Moderation bringen, doch sie reproduziert auch Verzerrungen und verstärkt Fehlanreize, wenn Transparenz, Kontrolle und Rechenschaft fehlen. Deshalb brauchen Plattformen nicht nur technische Exzellenz, sondern bewusstes Design: Offenheit, Interoperabilität, echte Datensouveränität, klare Governance und Mechanismen zur Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer. Nur so lassen sich Innovation, Wettbewerb und individuelle Freiheiten mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden — und digitale Räume schaffen, die dem Gemeinwohl dienen statt es zu untergraben.“
